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Zulaya Zulaya ist weiblich
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Rubra Gacius Lilium
Kapitel 0 - Prolog
Der zitternde Körper des kleinen Kindes klammerte sich fest an den der jungen Frau. Sie hatten sich an diesem Ort versteckt und hofften auf ein Wunder. Der Wind trieb den Geruch vom verbrannten Fleische und stickigen Qualm in ihr Versteck. Sie musste eine Welle von Übelkeit unterdrücken, während das Kind leise zu weinen anfing. Um es zu beruhigen drückte sie es sanft an sich. Sie durften auf keinen Fall bemerkt werden, sie mussten überleben.
Schritte!
Dumpfe, schwere Schritte und ein Geräusch, ähnlich schleifenden Metalles, waren zu hören.
Waren sie etwa doch entdeckt worden?
Die Frau erstarrte und auch das Kind bewegte sich nicht mehr. Ihr Herz schlug so stark, das es schon fast schmerzte.
Stille…
Plötzlich wurde die Zeltplane vor ihnen weggerissen und das Herz der Frau setzte für einige, scheinbar endlose Sekunden, aus. Ein riesiger Shakar, der nichts Menschliches mehr an sich hatte, starrte sie mordlüsternen Augen an.
"Hierher haben sich also die letzten Ratten verkrochen", grollte er mit kehliger Stimme und hob seinen Morgenstern, den er hinter sich hergezogen hatte, in die Luft.
Das wimmernde Kind in ihren Armen fing heftig an zu zittern. Die junge Frau schloss ihre Augen und sandte ihr letztes Stoßgebet an den Allvater.
Sie erwartete ihren Todesstoss, doch die Götter schienen ihr flehen erhört zu haben. Als sie ihre Augen öffnete, sah sie wie der Riese in seiner Bewegung erstarrt war. Eine blutverschmierte Schwertspitze ragte aus seinem Leib.
Kriegsschreie hallten über den Kampfplatz und erfüllten ihre Ohren. Das Schwert wurde aus dem Kadaver gezogen und, ehe die junge Frau das Gesicht ihres schwarzhaarigen Retters sah, stürmte dieser bereits auf seine nächsten Gegner zu. Der Shakarriese lag auf dem staubigen Boden, Blut bedeckte ihn und die Erde um ihn herum, wie ein flüssiges Totentuch.
Erst jetzt bemerkte die Frau, dass auch auf sie und das Kind Blut gespritzt war. Plötzlich fing der Riese an zu verwesen und die Luft war von einem schrecklichen Gestank erfüllt.
Erneut musste sie gegen ihre Übelkeit ankämpfen. Das Kind zitterte noch immer, hatte jedoch aufgehört zu weinen.
"Wir müssen weg von hier." sagte sie leise und stand mit dem kleinen Kind im Arm auf.
Ihre Beine schmerzten furchtbar, fast wäre sie auf dem Blut ausgerutscht, aber sie wollte, musste, weg von diesem Ort. Doch sie kam nur wenige Meter weit, bevor ihre Beine ihren Dienst versagten. Ihre nackten Füße waren aufgerissen, und ihr ganzer Körper war mit kleineren Wunden, aus denen ständig Blut floss, übersät
Sie war zu erschöpft, um sich auch nur auf zu richten.
Sie bemerkte, wie ihr langsam ihr Bewusstsein entschwand. Wieder hallten Schritte über den Boden, eine Person kam schnellen Schrittes auf sie zu.
Wer war diese Person?
Plünderer? ...nein, dazu war es noch zu früh... Sklavenhändler? ...vielleicht...
Sie spürte, wie sich das kleine Kind noch fester an sie klammerte. Sie schaute auf, doch die Sonnenstrahlen, die sich durch die grauen Wolken durchgekämpft hatten, blendeten sie. Worte wurden an sie gerichtet, doch, wenn gleich sie in ihrer Sprache waren, waren ihre Sinne schon zu benebelt, als dass sie diese zu erkennen vermochte. Plötzlich wurde sie am Arm gepackt und hochgezogen.
Sie konnte noch immer nicht stehen und wäre wieder zusammengebrochen, wenn sie nicht zwei kräftige Arme festgehalten hätten.
"Hier, trink das! Danach geht es dir besser." sprach eine sanftmütige Männerstimme.
Die ihr dargebotene Flüssigkeit schmeckte süßlich, hinterließ aber ein scheußliches Brennen im Hals.
Schnell kamen ihre Sinne wieder und ihr Blick wurde wieder klar. Endlich konnte sie wieder richtig sehen, doch was sie da vor sich sah, überraschte sie sehr.
Mit einem fragenden Blick sah sie sich den Mann vor ihr genauer an und erkannte, dass es sich um denjenigen handelte, der sie bereits zuvor rettete, als der Shakarriese angegriffen hatte.
„Was ist hier passiert?“, fragte er.
Sie überlegte kurz, doch sie hatte kaum etwas mitbekommen.
"Im Lager waren viele Flüchtlinge... wir sollten hier in Sicherheit sein... aber dann... die Wache kehrte nicht zurück... und dann kam plötzlich ein Angriff... und dann... bin ich mit dem Kind rannt und habe mich versteckt...", noch während sie sich wunderte, wieso sie ihm dies alles so einfach erzählen konnte, waren die Worte schon über ihre Lippen gewandert.
Sie hatte den Schreck vermutlich noch gar nicht richtig realisiert.
Aber warum erzählte sie ihm das überhaupt?
Wer war er?
Als sie sich langsam ihrer Situation bewusster wurde, fuhr sie fort.
"Alle schrieen, sind weggelaufen... sie haben das Mädchen einfach im Stich gelassen... und..."
sie brach ihren Satz ab.
Warum sollte sie ihm vertrauen?
"Was machst du denn da?!" ertönte plötzlich eine sehr aufgebrachte Frauenstimme.
Eine schlanke, attraktive Frau kam auf die kleine Gruppe zu gerannt.
"Sie müssen hier weg!"
"Aber...", doch dieser klägliche Versuch einer Rechtfertigung wurde von der Neuangekommenden einfach übergangen.
"Wir hatten doch beschlossen, dass Überlebende zuerst weggebracht und erst dann befragt werden!"
Die energische Frau hakte sich bei der verblüfften Überlebenden unter und zog sie aus den Überresten des Flüchtlingslagers hinaus.
Es dämmerte.

Nicht weit von diesen waren zwei Wagen bereitgestellt worden.
"Was fällt dem ein? Er kann sich doch nicht einfach über unsere Beschlüsse hinweg setzen! Wo kommen wir denn da hin?" regte sich die Rothaarige weiter auf.
"Und außerdem hat er dich auch noch in Gefahr gebracht! Okay, er kann gut kämpfen, aber wenn es eine Übermacht gewesen wäre, hätte ihm das auch nicht viel genützt.
Und wir wären einen unserer besten Kämpfer los geworden!"
Sanft drückte die aufbrausende Frau die beiden Flüchtlinge in einen der Wagen, stieg selbst ein und trat einmal heftig gegen die Wand, worauf hin sich ihr Gefährt in Bewegung setzte.
Seufzend setzte sie sich den beiden gegenüber.
"Geht es euch soweit gut? Mal von euren Verletzungen abgesehen."
Die junge Frau, die immer noch das Kind im Arm hielt, nickte schüchtern.
Das Kind blieb, bis auf gelegentliches Schluchzen, stumm.
Lange Zeit sagte niemand etwas.

Dann durchbrach ein weiteres Seufzen der Rothaarigen die Stille.
"Ich heiße Konstanze.", stellte sie sich vor.
"M-mein Name ist Aveena und das ist Alyss." sagte die junge Frau und deutete auf das zitternde Mädchen in ihrem Arm.
"Oh je, mit euch kann man ja nirgends hin" kicherte Konstanze um ein erneutes Schweigen zu verhindern.
Erst jetzt nahm Aveena die Fetzen, die von ihrer Kleidung übrig geblieben waren, war. Verlegen schaute sie zu Konstanze, die sehr figurbetonte Sachen trug.
"Keine Angst“, beruhigte sie diese, "Im Lager gibt es sicher passende Kleidung für euch."
Jede Unebenheit der Straße ließ sie schmerzhaft die Zähne zusammen beißen, sodass das Sitzen auf der improvisierten Bank schon bald nur noch schwer aus zu halten war.
"Was dauert das denn so lange?", fragte eine zusehend nervöser werdende Konstanze und trat noch stärker gegen die Wand des Wagens.
"Ich fahr schon so schnell ich kann!" antwortete eine dumpfe Männerstimme.
"Das ist aber nicht schnell genug!" regte sich Konstanze weiter auf.
"Wenn das in diesem Tempo weiter geht, werden wir entweder entdeckt oder ich werd alt und grau, und dann war’s das von wegen Infos!"
"Ich musste schon wegen einer Kontrolle den längeren Wegfahren! Ich tu was ich kann!" raunte der Mann zurück und die Rothaarige setzte sich wieder auf ihren Platz.

Aveena fühlte sich zunehmend unwohler in der nähe dieser scheinbar leicht reizbaren und aufbrausenden Persönlichkeit.
Sie achtete sehr darauf, nichts zu sagen, das ihren Ärger auf sie ziehen könnte.
Anscheinend bemerkte Konstanze diese Befürchtung Aveenas, denn sie fing plötzlich an zu kichern.
"Keine Bange, ich bin nur zu den Männern so. Man muss ihnen als Frau schließlich zeigen, dass sie nicht alles mit uns machen können. Sag es ihnen aber nicht." flüsterte sie und zwinkerte.
"Ähm..." fing Aveena an, schien es sich aber anders überlegt zu haben.
"Frag ruhig." ermunterte sie Konstanze.
Darf ich fragen... Wer ihr seid...? Ihr scheint euch alle zu kennen... und euch organisiert zu haben..." stellte Aveena nachdenklich fest.
"Gute Frage, das hast du sehr gut beobachtet", entgegnete Konstanze gelassen. "Ja, wir haben uns organisiert, recht gut sogar möcht ich meinen! Wir nennen uns Rubra Gacius Lilium, aber du wirst uns wahrscheinlich eher unter der Bezeichnung "Rebellen" kennen.“

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